Bibellesen mit Strong’s-Nummern: ein Wort, sein Urtext

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Jede Übersetzung ist eine Entscheidung. Wo im Griechischen oder Hebräischen ein bestimmtes Wort steht, wählt die Übersetzerin ein deutsches — und manchmal geht dabei etwas verloren, das im Urtext deutlich war. Strong’s-Nummern holen genau das zurück: Sie verknüpfen jedes Wort mit seinem Original, ohne dass du eine einzige Vokabel Griechisch lernen musst. Dieser Guide erklärt, was sie sind und wie du mit ihnen liest.

Was Strong’s-Nummern sind

James Strong veröffentlichte 1890 eine Konkordanz, in der er jedem Original-Wort der Bibel eine Nummer gab: Hebräisch H1 bis H8674, Griechisch G1 bis G5624. So bekam jedes griechische und hebräische Wort eine feste Adresse. Schlägst du ein Wort im Bibeltext an und siehst «G26», kannst du in einem Lexikon nachsehen, welches Original-Wort dahintersteht, wie es ausgesprochen wird und was es genau bedeutet.

Das Schöne daran: Du musst die Sprachen nicht können. Die Nummer ist die Brücke. Sie sagt dir nicht, wie man liest — sie sagt dir, worauf du blickst.

Warum ein Wort mehr sein kann als seine Übersetzung

Das berühmteste Beispiel steht in Johannes 21. Nach der Auferstehung fragt Jesus Petrus dreimal: «Hast du mich lieb?» Auf Deutsch klingt das wie eine Wiederholung. Im Griechischen sind es zwei verschiedene Wörter.

Zweimal fragt Jesus mit «agapáō» (G25) — der hingebenden, entscheidenden Liebe. Petrus aber antwortet jedes Mal mit «philéō» (G5368) — der Liebe unter Freunden. Beim dritten Mal wechselt Jesus zu Petrus’ Wort und fragt mit «philéō». Und da, heisst es, wurde Petrus traurig. Erst im Urtext sieht man, warum: Jesus trifft ihn genau dort, wo Petrus steht.

Keine Übersetzung, die «Liebe» schreibt, ist falsch. Aber die Strong’s-Nummer zeigt dir eine Ebene, die sonst unsichtbar bleibt — und plötzlich liest sich die ganze Stelle anders.

Wie du mit Strong’s liest

In der Praxis ist es einfach. Du liest ganz normal, und wenn dir ein Wort auffällt — «Liebe», «Wort», «Herr», «Gnade» —, tippst du es an. Es erscheint das Original-Wort mit seiner Nummer, die Aussprache und die Definition aus den klassischen Lexika — Brown-Driver-Briggs fürs Hebräische, Abbott-Smith fürs Griechische, aufbereitet von STEPBible und in der App eingebaut.

Drei Fragen bringen dich schon weit: Welches Original-Wort steht hier? Gibt es im Deutschen ein Wort, das mehrere Originale verdeckt (wie «Liebe»)? Und: Wo kommt dasselbe Wort sonst noch vor? Die letzte Frage ist oft die spannendste — dasselbe Wort an einer anderen Stelle wirft ein Licht zurück auf die, die du gerade liest.

Wie du anfängst

Du brauchst kein Studium und kein teures Programm. Es reicht eine Bibel, in der die Strong’s-Nummern direkt am Wort hängen und ein Antippen genügt. Die King-James-Bibel ist dafür der Klassiker: Sie ist vollständig und rechtefrei mit dem griechischen und hebräischen Urtext verknüpft — die Ausgabe, auf der die meisten Strong’s-Werkzeuge aufbauen.

Genau das macht Super Strong: die King-James-Bibel mit Strong’s in einer ruhigen, schönen Mac-App, Wort antippen, Grundbedeutung sehen. Einmal CHF 20, kein Abo.

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